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These 10: Steuerliche
Sonderregeln für Profifußballer
Gemessen am
Umsatz liegt die Bundesliga
deutlich hinter der englischen
und ungefähr gleichauf mit der
spanischen und der italienischen
Liga. Die höhere Finanzkraft der
englischen Liga ermöglicht es
den englischen Clubs, höhere
Gehälter zu zahlen und dadurch
viele der weltbesten Fußballer
unter Vertrag zu nehmen. Für die
Fußballer ist letztlich die Höhe
des Nettogehaltes relevant, wenn
sie vor der Entscheidung stehen,
ein Vertragsangebot anzunehmen.
Im internationalen Wettbewerb um
die besten Fußballer ist deshalb
nicht nur die Finanzkraft und
die Zahlungsbereitschaft der
Vereine wichtig, sondern auch
das im jeweiligen Land geltende
Steuer- und Abgabensystem. Je
höher die Steuer- und
Abgabenbelastung in einem Land,
desto schwerer fällt es einem
Verein, die Nettolohnforderung
der Spieler zu erfüllen.
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These 9: Staatliches
Wettmonopol ist Vergangenheit
Kaum ein
Bereich im Umfeld des
Fußballsports unterliegt einer
so merkwürdigen Regelung wie der
Markt für Sportwetten. Der Staat
besitzt ein Glücksspielmonopol,
das privaten Anbietern den
Marktzugang eigentlich unmöglich
machen sollte. Dennoch können
Fans problemlos ihre Wetten auf
Resultate und Ereignisse von
Fußballspielen auch bei privaten
Wettunternehmen platzieren. Wie
ist dieser Widerspruch zu
erklären?
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These 8:
Arbeitsagenturen für
selbständige Fußballer
Warum sind
Fußballer Angestellte der
Bundesligisten, warum sind sie
nicht selbständig oder
freiberuflich tätig? Die
naheliegende Antwort lautet:
Weil der Fußball ein Teamsport
ist. Mannschaftliche
Geschlossenheit erfordert eine
gewisse Konstanz des
Spielerkaders, also eine feste
Bindung der Spieler an den
Verein – möglichst über viele
Jahre. In der jüngeren
Vergangenheit hat allerdings
eine Tendenz zur
Individualisierung des
Teamsports Fußball eingesetzt.
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These 7:
Nationalmannschaften dürfen
Ausländer einsetzen
Im Fußball
geschehen immer wieder
Überraschungen. Dazu gehört der
Umstand, dass Bundesligisten
kaum auf Spieler aus der eigenen
Stadt setzen, aber dennoch große
Unterstützung von der
Bevölkerung ihrer Region
bekommen. Lokalpatriotismus
scheint auch ohne die
entsprechenden Spieler zu
funktionieren. Schon in den
achtziger Jahren war es üblich,
dass zum Beispiel ein Verein wie
der Hamburger SV kaum mit
Spielern aus Hamburg antrat. Der
Spielerkader war überregional,
zu einem kleinen Teil sogar
international zusammengesetzt.
Der Beliebtheit des HSV beim
Hamburger Publikum tat dies –
zumindest solange sportliche
Erfolge vorzuweisen waren –
keinen Abbruch.
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These 6:
Spielermärkte bleiben offen
Das
sogenannte „Bosman-Urteil“ aus
dem Jahr 1995 hat das Gesicht
des europäischen Fußballs
drastisch verändert. Der
Europäische Gerichtshof hat
damals mit einem Urteil die bis
dahin geltenden
Ausländerbeschränkungen zu Fall
gebracht. Standen zuvor
hauptsächlich deutsche Spieler
für die Bundesligisten auf dem
Platz, nahm die Zahl der
Ausländer in Folge des Urteils
sprunghaft zu. Inzwischen ist es
keine Seltenheit mehr, wenn eine
Mannschaft vollständig auf den
Einsatz deutscher Spieler
verzichtet. In anderen
europäischen Ligen sieht die
Situation ähnlich aus.
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These 5: Austragung
von Bundesliga-Spielen im
Ausland
Heute werden
sämtliche Spiele der Bundesliga,
des DFB-Pokals und der
europäischen Wettbewerbe in
einem Stadion der zwei
beteiligten Vereine ausgetragen.
In der Bundesliga hat
beispielsweise jede Mannschaft
einmal Heimrecht gegen jeden
anderen Bundesligisten. Auf
„neutralem Boden“ werden
lediglich die Endspiele des
DFB-Pokals sowie die Endspiele
der europäischen Wettbewerbe
ausgetragen. Der Vorteil dieses
Austragungsmodus aus
ökonomischer Perspektive: Der
bestehende Markt wird
bestmöglich bedient. Das
Problem: Neue Märkte können nur
schwer erschlossen werden, weil
dafür Präsenz vor Ort vonnöten
wäre.
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These 4: Zentrale
Fernsehvermarktung ist
abgeschafft
Die
Fernsehrechte an der
Fußball-Bundesliga werden
traditionell durch den Deutschen
Fußball Bund beziehungsweise in
den letzten Jahren durch die
Deutsche Fußball Liga zentral
vermarktet. Zentralvermarktung
bedeutet, dass die
Bundesligisten die
Fernsehübertragungs-rechte an
ihren Heimspielen nicht selbst
verkaufen und dabei im
Wettbewerb um Sendeplätze mit
den anderen Bundesligisten
stehen, sondern sämtliche
Fernsehrechte monopolisiert vom
Ligaverband vergeben werden.
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These 3: Mehr
Spielunterbrechungen für Werbung
Wir gehen
davon aus, dass die Erlöse aus
der medialen Berichterstattung
auch künftig eine sehr wichtige
Rolle spielen werden. Aktuell
liegt deren Anteil an den
Gesamterlösen bei 33%. Sehr
wahrscheinlich werden sich die
Anteile der Medien verschieben.
Viel spricht dafür, dass die
neuen Medien einen erheblichen
Bedeutungszuwachs erleben
werden.
Auch könnten Medienangebote mit
Bezahlfunktion aller Art (zum
Beispiel Pay-TV) größere
Bedeutung bekommen. Dennoch
dürften werbefinanzierte
Medienformate – im Fernsehen,
aber auch im Hörfunk und im
Internet – einen hohen
Stellenwert behalten.
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These 2: Endspiel um
die Deutsche Meisterschaft
Auf der
Suche nach neuen Erlösquellen
werden bereits heute immer
wieder Reformen des Spielmodus
diskutiert. Eine Variante ist
die Wiedereinführung
beziehungsweise Aufwertung des
Liga-Pokals vor Beginn einer
Saison. Problematisch daran ist
der relativ geringe sportliche
Wert des Wettbewerbs, weil sich
die in der Sommerpause neu
zusammengestellten Mannschaften
noch in der Vorbereitungsphase
befinden und der Liga-Pokal
deshalb hauptsächlich zum
Experimentieren und Einspielen
genutzt wird.
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Demnächst:
These 3 – Mehr
Spielunterbrechungen für Werbung

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These 1: Keine
Europaliga!
Die
europäischen Fußball-Ligen sind
traditionell offen und
wettbewerblich organisiert.
Offenheit wird durch Auf- und
Abstiegsregelungen
gewährleistet. Das heißt für
Deutschland, dass grundsätzlich
jeder Fußballclub die
Möglichkeit hat, sich durch
sportlichen Erfolg für die
nächst höhere Liga, bis hin zur
Bundesliga zu qualifizieren.
Gleichzeitig entscheidet allein
der sportliche Erfolg darüber,
welche Clubs aus der ersten Liga
absteigen müssen. Die besten
Vereine der nationalen Ligen
qualifizieren sich nach einem
festgelegten System für die
europäischen Wettbewerbe.
Momentan sind dies die Champions
League und die zur Saison
2009/10 neu geschaffene Europa
League, die den UEFA-Cup ablöst.
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Ein Blick zurück: Fußball im
Jahr 1985
Der Blick
voraus in das Jahr 2030 ist
ambitioniert. Um ein Gefühl für
die Veränderungen zu bekommen,
die in etwas mehr als zwei
Jahrzehnten möglich sind, soll
zunächst ein Blick zurück
geworfen werden. Wie sah der
professionelle Fußball vor gut
20 Jahren aus? Nachfolgend
werden deshalb einige typische
Merkmale der Saison 1985/86
exemplarisch beleuchtet.
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